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Was ist ADHS?

Die Bezeichnung „Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitätsstörung“ steht für einen spezifischen (schon eigentlich zu allen Zeiten) beobachtbaren „Wahrnehmungs- und Reaktionsstil“.

Dieser ist geprägt von der Schwierigkeit, die Aufmerksamkeit immer dann aktivieren und halten zu können, wenn es nötig ist, von einer (vor allem auch emotionalen) Impulskontrollschwäche und zum Teil, v. a. in der frühen Kinderzeit, von erheblicher motorischer Unruhe. Betroffenen in jedem Alter fällt es schwer, mit etwas zu beginnen, was ihnen subjektiv schwierig, anstrengend, langwierig erscheint.

Es fällt ihnen aber auch schwer, etwas zu beenden was sie fesselt, reizt. Sie können nur spontan, aber nicht abgewogen – überlegt entscheiden, kommen beim Denken und Reden schnell von einem Thema zum anderen, sind für subjektiv nicht so Wichtiges vergesslich. Die Stimmung kann, bedingt durch kleinste Auslöser, schnell kippen.

Betroffene sind leicht frustriert, verletzt, irritiert, wütend, aber auch schnell begeistert, spontan sehr empathisch und hilfsbereit, kreativ und tatkräftig, wenn sie die Notwendigkeit dazu entdecken. Die Ergebnisse der aktuellen, seriösen wissenschaftlichen Forschung belegen, dass ADHS eine valide Diagnose ist und ererbt wird. ADHS ist eine Störung der Selbstregulation mit mangelhafter Ausreifung der Fähigkeit, eine spontane Reaktion noch abstoppen, nach Ablenkung wieder mühelos zur Tätigkeit zurückfiden zu können. Es entwickelt sich meist keine zielgerichtete Planungs- und Problemlösefähigkeit wie bei der jeweiligen Altersgruppe der Durchschnittsbevölkerung im Vergleich. Ein inneres Gefühl für Zeit und Zeitverlauf entsteht leider nicht. Bei negativer Stimmung kann nur unzureichend auf Erfahrung zurückgegriffen werden.

© Cordula Neuhaus

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